RehaZentrum Bremen informiert: Der plötzliche Herztod

In Anlehnung an das Interview "Bremer Sportarzt warnt: Darauf sollte man vor dem Sporttreiben achten" von Sportarzt Dr. med. Götz Dimanski bei buten un binnen soll mit dem nachstehenden Interview die Wichtigkeit dieser Thematik hervorgehoben werden.

Für das Interview bei buten un binnen klicken Sie hier.

 

Frage: Dr. Dimanski, Sie haben für „buten un binnen“ ein Interview zum plötzlichen Herztod gegeben …

Antwort: Ja, ich bin zwar kein Kardiologe, muss aber als Sportmediziner auch mit dieser Thematik befasst sein, da sie tatsächlich jeden, und nicht nur die Sporttreiben der Bevölkerung, ereilen kann.

 

Frage: Wie häufig kommt es denn in der Allgemeinbevölkerung zu einem plötzlichen Herztod?

Antwort: Die Statistik spricht von mehr als 100.000 Fällen im Jahr, die sich in Deutschland ereignen sollen. Diese Zahl ist aber für den Einzelnen schwer zu fassen …

 

Frage: Kann man denn etwas gegen den plötzlichen Herztod tun?

Antwort: Auf jeden Fall lassen sich Risiken minimieren: Das sind vor allem die bekannten Dinge wie Rauchen, ungesunde Ernährung, Übergewicht, Bewegungsmangel, ungesunder Stress und so weiter

 

Frage: Und wenn man nun mit dem Rauchen aufgehört hat, seine Ernährung umgestellt hat und dem Übergewicht und dem Stress durch regelmäßige Bewegung begegnen möchte, wie legt man dann los?

Antwort: Am sichersten gelingt ein Einstieg oder ein Wiedereinstieg in den Sport, wenn eine ärztliche Untersuchung vorangestellt wird, die eine ausführliche Befragung, eine gründliche körperliche Untersuchung und ein 12-Kanal-EKG beinhaltet. So lassen sich die wichtigsten Risikofaktoren erkennen und beachten.

 

Frage: Sind dann alle Risiken beseitigt?

Antwort: Leider nur die wichtigsten. Es kann dann trotzdem zu diesem katastrophalen Ereignis gekommen.

 

Frage: Woran erkennt man denn, dass es sich um einen plötzlichen Herztod handelt?

Antwort: Jeder Mensch, der, ob beim Sporttreiben oder sonst wo, plötzlich bewusstlos zusammenbricht, ist mit hoher Wahrscheinlichkeit extrem gefährdet, einen plötzlichen Herztod zu erleiden. Fehlende Ansprechbarkeit und eine nicht normale Atmung sind dann weitere Merkmale, die das sofortige Eingreifen der Umstehenden erfordern.

 

Frage: Und dann?

Antwort: Dann kommt es definitiv auf die Umstehenden an. Die müssen mutig sein und entschlossen handeln.

 

Frage: Ist das für Laien nicht viel zu kompliziert?

Antwort: Nein überhaupt nicht! Jeder kann tatsächlich effektiv helfen. Man muss wissen, eine plötzliche Bewusstlosigkeit, das heißt ein Mensch ist nicht mehr ansprechbar, atmet nicht mehr normal, dann ist höchste Eile geboten. Ansonsten verstirbt der Mensch ohne Chance auf Überleben.

 

Frage: Was ist zu tun?

Antwort: Ganz einfach: Ich brauche Hilfe, also hole ich Hilfe: 112! Herzkreislaufstillstand melden! Direkt mit der Herzdruckmassage beginnen. Patient auf den Rücken, feste Unterlage, z.B. Fußboden, und im Rhythmus von „Staying alife“ von den Bee Gees zwischen den Brüsten in der Mitte des Brustbeins tief und fest rhythmisch drücken. Der Kopf sollte etwas überstreckt sein. Allein diese Maßnahmen sind schon sehr viel Wert.

 

Frage: Wird das Leben damit gerettet?

Antwort: Noch nicht sicher. Die Chancen steigen definitiv, wenn ein automatischer Defibrillator angewendet werden kann. Auch hier darf man mutig sein. Man kann niemanden mit einer Herzdruckmassage töten oder mit der Anwendung eines Defibrillators schaden. Die Chance allerdings, das Leben zu retten, ist erheblich. In Italien ergab eine Untersuchung, dass die Überlebensrate an Sportstätten, die mit automatischem Defibrillator ausgestattet waren, in solchen Fällen etwa 9 mal höher war als an Sportstätten, die keinen Defibrillator hatten.

 

Frage: Ist der Umgang mit einem solchen Defibrillator nicht viel zu kompliziert?

Antwort: Es ist eigentlich kinderleicht. Nicht schwieriger als das Bedienen eines Fernsehers oder eines Radios. Man muss nur die Nerven behalten und die Elektroden auf der nackten Haut rechts unter dem Schlüsselbein und links an der unteren Außenseite des Brustkorbs ankleben. Den Rest macht der Defibrillator allein. Er analysiert den Rhythmus und sagt laut und deutlich, ob durch Drücken der Blitztaste ein sogenannter Schock ausgelöst werden soll. Der bringt dann das flimmernde Herz wieder in den Rhythmus. Der Mensch überlebt.

 

Frage: Kann man denn nicht viel verkehrt machen, weil man ja ein Laie ist?

Antwort: Der schlimmste Fehler ist, nichts zu tun. Dann verstirbt der Betreffende definitiv und ohne jede Chance. Hilfe holen, 112 anrufen, Herzdruckmassage auf festem Untergrund, automatischen Defibrillator anwenden. Das sind die Schritte, die Leben retten können.

 

Frage: Das hört sich wirklich sehr leicht an. Kann man das denn auch irgendwo üben?

Antwort: Die „Stiftung Bremer Herzen“ veranstaltet am 16.01. in der Berliner Freiheit einen „Herztag“. Eine Station ist dabei der Wiederbelebung gewidmet. Das wäre eine gute Gelegenheit, die Sache einmal realitätsnah zu trainieren.

 

Frage: Waren sie als Sportmediziner jemals mit einer solchen Situation konfrontiert?

Antwort: Glücklicherweise niemals! Aber ich war stets darauf vorbereitet. Mein automatischer Defibrillator war stets am Mann, im Trainingslager genauso wie bei jedem Bundesliga- oder Championsleague-Spiel. Mit unserem medizinischen Betreuerteam haben wir 2 mal jährlich die Vorgehensweise bei derartigen Notfällen trainiert, um im schlimmsten Fall wirklich gut gewappnet zu sein. Und wie man im Falle des dänischen Spielers Eriksson bei der letzten Europameisterschaft gesehen hat, ist es wirklich lebensrettend, wenn die Notfallteams gut vorbereitet sind. Tragischer Weise gibt es aber immer wieder auch andere Fälle, bei denen Menschen dann versterben oder erheblichen Schaden nehmen.

 

Frage: Das Risiko, einen plötzlichen Herztod beim Sporttreiben zu erleiden, soll auch bei Trainierten doppelt so hoch sein wie in Ruhe?

Antwort: Das stimmt tatsächlich. Das Risiko steigt mit der Intensität der Bewegung, aber auch mit der Länge der Bewegung und erhöht sich noch einmal bei sehr langen Belastungen. So ist z.B. das Risiko beim Marathon wesentlich höher als beim Halbmarathon. Das Risiko steigt auch mit dem Alter, lässt sich jedoch durch einen guten Trainingszustand reduzieren.

 

Frage: Wäre es dann nicht sicherer, auf das Sporttreiben zu verzichten?

Antwort: Wer sich nicht bewegt, kann definitiv keinen plötzlichen Herztod beim Sporttreiben erleiden. Vor einem plötzlichen Herztod ist man dennoch nicht gefeit, wie wir bereits besprochen hatten. Wenn man die Risiken jedoch, z.B. durch eine gründliche ärztliche Untersuchung reduziert, sich nicht überfordert und für einen guten Trainingszustand sorgt, nach Erkrankungen genügend Regenerationszeit lässt, kann man wirklich davon ausgehen, dass die Vorteile durch das Sporttreiben wesentlich höher sind als die Risiken. Wer sich regelmäßig, das heißt mindestens 150 Minuten wöchentlich, bewegt, lebt einerseits besser und andererseits aber auch nachweislich länger. Und das sind doch wirklich gute Aussichten.

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